Historie Vorgängermobile

Nach den vollintegrierten Reisemobilen begann im Jahr 2000 auf der Messe in Düsseldorf wieder die Ära der Alkovenmobile mit einem individuellen Robel Megaron, später ein Individualausbau von Woelcke, beides empfehlenswerte Hersteller. Mit dem kompakten bimobil 365 LBX wurde im September 2013 der schon länger gehegte Grundrisswunsch erfüllt, eine Hecksitzgruppe mit Einzellängstbetten im Alkoven. Aber dieses an sich tolle Mobil mit MB Allradantrieb hatte leider erhebliche Fahrwerks- und Motormängel, die Mercedes zu verantworten hatte, der Händler hat das bimobil zurückgenommen. Wenn das nicht gewesen wäre, dann würden wir das Mobil noch heute fahren.

Faszination Alkovenmobile


Liegt es daran, dass Alkovenmobile in letzter Zeit wieder etwas beliebter geworden sind? Nein, wir folgen keinen Trend, wir fahren jetzt das siebte Reisemobil mit Alkoven in weit über drei Jahrzehnten. Aber vielleicht hat der Redakteur von promobil doch recht, wie im Heft 1/2015 geschrieben wurde: "Alkovenmobile erleben derzeit eine echte Renaissance." Insbesondere der dort beschriebene Grundriss mit Hecksitzgruppe und Einzellängstbetten im Alkoven erfreut sich einer gewissen Beliebtheit.

Warum kein vollintegriertes Reisemobil mehr?


Mit VI-Mobilen von Hymer sind meine Frau und ich einige Jahre gereist. Aber nach einer gewissen Zeit und mit den gesammelten Erfahrungen hat uns die so genannte "Königsklasse" (da haben Marketingleute einen tollen Begriff lanciert) nicht mehr so recht gefallen. Außerdem fahren heutzutage einfach zu viele VI in dieser oft "Pseudo-Luxusklasse" herum. Natürlich gibt es mit dieser Aufbauform auch interessante Wohnmobile, die sprechen uns aber nicht an, sie passen nicht zu unserer Art zu reisen. Aber das ist nicht der alleinige Grund. Die Nachteile eines VI fangen aus meiner Sicht bei der oft nicht so optimalen Winterfestigkeit an, Isoliermatten oder Rollladen im Frontbereich sind in der Regel erforderlich, die schränken die freie Sicht ein. Und hören bei dem fragwürdigen Aufprall- und Überrollschutz des Aufbaus nicht auf. Die passive Sicherheit, ein Bereich, der nach meiner Einschätzung von vielen VI-Mobilsten vernachlässigt wird.

Das Wohnen im VI hat sicherlich Vorteile hinsichtlich der Raumausnutzung, aber auch gewisse Nachteile. Stets muss man die Vordersitze zur Sitzgruppe drehen, was mehr oder weniger umständlich ist. Dann sitzt man am "Arbeitsplatz" Lenkrad und Armaturenbrett. Das Lümmeln in Sitzen mit starren Kopfstützen, leicht gebogenen Rückenlehnen, ist nach meiner Erfahrung unbequem. Wenn das Hubbett genutzt werden soll, dann sind die Sitze wieder im Weg. Dann kann die Sitzgruppe nur eingeschränkt genutzt werden. Und noch so einiges, wie z.B. bei einigen Typen die Gefahr der Überlastung der Vorderachse, wegen der schweren Frontscheibe und dem schweren Hubbett.

Trotz dieser Vorbehalte hatte ich mich, entgegen der inneren Überzeugung, Mitte 2014 dazu entschlossen, einen Hymer Exsis 588 I (3,5 t) als "Übergangsmobil" zu kaufen. So nach dem Motto, es muss doch für einige Zeit gehen, damit leben doch so viele Mobilisten. Außerdem ist der Exsis etliche 10.000 Euronen günstiger. Klar geht es, aber alle grundsätzlichen Vorbehalte hatten sich in den wenigen Monaten, immerhin mit 66 Übernachtungen, bestätigt. Dann die Überraschung, der Exsis wurde wegen eines technischen Problems vom Händler zurückgekauft.

Was jetzt? Die Entscheidung war nicht einfach!

Ein teilintegriertes Mobil kam wegen der gelegentlichen Mitnahme der Enkel ebenfalls nicht in Frage, da das dann benötigte Hubbett weitgehend die Sitzgruppe blockieren würde. Schnell stand der Grundrisswunsch fest, wieder eine Hecksitzgruppe und Alkoven. Heckantrieb sollte es auch sein. Das schränkte die Auswahl stark ein. Also ein Individualausbauer, wie bereits geplant? Die langen Lieferzeiten sprachen dagegen, eine Saison ohne Reisemobil geht gar nicht. Ein Reisemobilfreund brachte wieder den PhoeniX Midi 7100 RSL ins Gespräch, den meine Frau und ich nach der Besichtigung auf der Messe 2013 in Düsseldorf wegen der Größe und Höhe des Aufbaus eigentlich ausgeschlossen hatten.

Dann ist es mangels schnell zu realisierenden Alternativen dennoch ein PhoeniX Midi 7100 RSL geworden, mal wieder entgegen der inneren Überzeugung. Mit einer großzügigen Hecksitzgruppe, mit einem ordentlichen s.g. Raumbad, großer Küche und Einzellängstbetten im erhöhtem riesigen Alkoven. Das Fahrgestell, ein Mercedes Sprinter 516 CDI mit 5,3 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

So hatten wir im Jahr 2014 ein sehr ungewöhnliches Reisemobiljahr erlebt, drei verschiedene Reisemobile standen vor der Tür. Das Jahr 2015 war des Jahr des PhoeniX.

Auf zu neuen Ufern

Im Januar 2016 bleiben wir uns mit dem Kauf des kompakten Fernreisemobil bimobil LBX 365 zumindest dem Sprinter und dem Grundrisskonzept treu, mit Einzellängstbetten im Alkoven und der für uns inzwischen quasi unverzichtbaren Hecksitzgruppe. Im Sommer wie Winter ohne "Verhüllungen" der Fenster, keine Kältebrücken eines Fahrerhauses.

Bernd Loewe

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